Die Frau meines Lebens – The Woman of My Life

Susanna Piontek

Die Frau meines Lebens

Wieder ein Blick auf die Uhr. Noch zwölf Minuten. Mein Hals ist trocken, die Hände steif vor Kälte. Wie Eiszapfen fühlen sich meine Finger an, die Haut ist bläulich. Ich friere und schwitze gleichzeitig. Im Zugabteil ist es warm, der ältere Herr mir gegenüber trägt zu der dünnen Khaki-Hose nur ein kurzärmliges kariertes Hemd. Die stark behaarten Arme hat er vor der Brust verschränkt, der eiförmige Kopf ist leicht zur Seite geneigt…

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The Woman of My Life

Another quick glance at my watch. Twelve minutes to go. My throat is dry. I feel cold, then hot. Sweaty palms. The train compartment is too warm; the elderly man sitting opposite me is wearing just a short-sleeved checkered shirt with thin khaki pants. His hairy arms are crossed over his chest; his egg-shaped head slightly tilted to one side…

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Essay in MUT

shapeimage_1-2In der April-Ausgabe von MUT, dem Forum für Kultur, Politik und Geschichte, ist nach “Generation Zombie” von Februar 2014 ein weiterer Essay von mir erschienen, nämlich “Horch, was kommt von draußen rein …”. Thema: Die aktuelle Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungssituation in Deutschland und damit verbundene Herausforderungen.
Mehr Informationen zu MUT im http://www.mut-verlag.de

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Beitrag im Dackel

shapeimage_1-3Die österreichische Literaturszene hat Nachwuchs bekommen. Herzlichen Glueckwunsch zur Geburt von
DER DACKEL | BLÄTTER FÜR ASPHALTLITERATUR
Der Dackel bellt zweimal im Jahr und ich freue mich, mit einem Beitrag in der Startausgabe vertreten zu sein. Dem Dackel ein langes Leben, nicht nur in Hundejahren. Wow, wow!
Mehr Informationen unter der
http://www.asphaltliteratur.com/der_dackel_premierenausgabe.html

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Literatur und Musik im OASE Heilhaus

shapeimage_1-4Am 19. Juni um 19 Uhr 30 lese ich von meinen Geschichten und Gedichten im OASE Heilhaus, Schaarweg 70, 23730 Neustadt-Rettin an der Ostsee (Telefon (045 61) 52 53 60). Hier ist die Ankündigung von der OASE-Heilhaus Webseite (bitte bis zum Juni 2015 runterscrollen…):
Susanna Piontek liest eigene Geschichten und Gedichte, die thematisch breit gefächert sind. Ihre Geschichten regen zum Nachdenken an oder zum Schmunzeln und enden oft mit einer Überraschung – es sind jedenfalls Texte, die zum Teil noch lange nachhallen. Immer wieder werden sie mit den Geschichten von Roald Dahl verglichen. Susanna Piontek, Jahrgang 1963, ist Mitglied der Europäischen Schriftstellervereinigung «Die Kogge», des PEN Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland und der Gesellschaft für zeitgenössische amerikanische Literatur auf Deutsch (SCALG). Gewinnerin des SCALG-Lisa und Robert Kahn-Lyrikpreises 2015. Sie lebt in den USA. Spendenempfehlung 5,- €
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SCALG-Lisa und Robert Kahn-Lyrikpreis 2015

shapeimage_1-5Freue mich mitteilen zu können, daß ich Gewinnerin des SCALG-Lisa und Robert Kahn-Lyrikpreises 2015 bin. Hier ist der Text aus der “Vorbemerkung” von Herausgeberin Irmgard Hunt:
Die Gewinnerin des SCALG-Lisa und Robert Kahn-Lyrikpreises 2015 ist Susanna Piontek, für ihre Textgruppe Welt der Gegensätze. Wir gratulieren ihr! Die Mehrheit der Jurymitglieder entschied sich für diese Gruppe von sechs Gedichten, „obwohl sie traurig sind, aber das gibt es in unserer Welt – leider!” Es „kommt mir wie eine PBS Fernsehdokumentation vor, allerdings sehr verdichtet.” „Bittere Wahrheiten, nüchtern dargestellt.” „Es geht ums Überleben der Menschheit in unserer Zeit,” eine Warnung „im Gewand einer Allegorie.” Die Gedichte bilden eine „Sequenz, die das Thema eines modernen Sittenbildes variiert.” Herzlichen Glückwunsch an Susanna Piontek zu dieser Leistung.
Irmgard Hunt, Frühjahr 2015
Die sechs Gedichte kann man jetzt unter Veröffentlichungen als PDF lesen.

Trans-Lit2 is the journal of the Society of Contemporary American Literature in German (SCALG) and appears twice a year.
Trans-Lit2 ist das Journal der Gesellschaft für zeitgenössische amerikanische Literatur auf Deutsch (SCALG) und erscheint zweimal im Jahr.

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Vortrag auf der Laupheimer-Gesprächetagung

shapeimage_1-6Anlässlich der 16. Laupheimer Gespräche, die dieses Jahr unter dem Thema Die dritte Generation: Die Kriegsenkel und die Geschichte stehen, halte ich am 11. Juni einen Vortrag mit dem Titel Zwischen Aktion Sühnezeichen und israelischem Militär – Zwei Portraits der dritten Generation.
Der Eintritt ist frei, und das Programm kann man hier als PDF herunterladen…
Die Adresse für die Veranstaltung ist wie folgt:
Kulturhaus Schloss Großlaupheim – Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15 
88471 Laupheim 
Tel.: 07392 / 96 800 0
Fax: 07392 / 96 800 18
E-Mail: kultur@laupheim.dewww.kulturhaus-laupheim.dewww.museum-laupheim.de

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Meine Geister

Meine Toten hängen an mir,
sie sind immer da
in meinen Gedanken und Träumen.
Ihre verdorrten Arme
greifen nach mir,
ziehen mich zu sich.
Ich lese die Frage
in ihren leeren Augenhöhlen:
Wann kommst du zu uns?

Meine Kranken wollen Trost,
niemand leidet mit wie ich.
Sie rufen nach mir,
der Brustkrebs, der Beckenbruch,
die Multiple Sklerose.
Der Schlaganfall kann nicht mehr rufen,
das übernimmt der Sohn.
Sie fordern: Sei für uns da.
Trage es mit uns.

Ich hebe den sorgenschweren Kopf
Und schaue in das lächelnde Antlitz
meines Geliebten.
Auch er hat eine Frage:
Wann fängst du an zu leben?